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Mit dem G zwischen Atlantikund Pazifik

Drei Monate Südamerika

Fragt man Marga und Dave, was sie als größte Erkenntnis aus ihren vielen Reisen mitgebracht haben, ist die Antwort verblüffend: „Die Reisen lehrten uns, wie gut wir es in Deutschland haben. Wir leben hier wirklich im Schlaraffenland.“

Ein von Fernweh getriebenes Paar sollte man meinen, wenn man die Reise-Historie betrachtet. Aber weit gefehlt. Dave besitzt wohl das Abenteurer-Gen - wollte schließlich einmal Buschpilot werden -, aber Marga behauptet von sich, eher der häusliche Typ zu sein. „Ich muss ankommen, ständig unterwegs zu sein, ist nichts für mich.“ Und so besteht jede Reise aus einem riesengroßen Kompromiss. „Ich fahre natürlich mit, aber allerhöchstens für drei Monate. Eigentlich bin ich nämlich gar keine Individualtouristin. Eher zähle ich mich zu den Pauschaltouristen, da kann ich es aber wiederum nicht ertragen, stets am gleichen Ort zu sein.“

 

Reifenprüfung - Piste nach Tupazi

 

Die Reiseplanung

Diesmal also Südamerika. Geplant sind Argentinien, Chile, Peru und Bolivien. Alles zusammen in drei Monaten, genau entlang der familiären Kompromiss-Grenze.

Geboren wurde die Idee durch ein von beiden besuchtes Globetrotter-Treffen. Die anwesenden Amerika-Fahrer berichteten wohl so begeistert, dass Marga und Dave hier beschlossen, erneut ein Wagnis einzugehen. Die Aussicht auf wunderschöne Landschaften und Länder mit einer recht geringen Kriminalitätsrate gaben dann den Ausschlag.

Im Juli 2012 begann bereits die Planung. Dave, als bekennender G-Fahrer, wusste um die Qualitäten seines G 300 DT. Deshalb war er sich auch sicher, dass die 163.000 Kilometer auf dem Tacho seines Ende 2000 gebauten G´s kein „no-go-Kriterium“ waren. Im Gegenteil. Viele der Fahrzeuge aus diesem Jahrgang haben Laufleistungen von 300.000 bis 400.000 Kilometern ohne ernsthafte Probleme. Somit galt dieser G als gerade einmal eingefahren. Trotzdem gingen sicherheitshalber eine neue Lichtmaschine, ein Anlasser sowie die Sensorleitung zum Getriebe mit auf die Reise. Nur Aggregate also, von denen Dave wusste, dass sie schon mal Schwierigkeiten machen.

Viel mehr wurde an dem G nicht gemacht. Die AT Reifen waren noch gut, die Ölwechsel, Filterwechsel, Schmierungen wurden durchgeführt, noch einmal die Inspektionsliste gecheckt, dann war er startklar.

15.000 Kilometer durch vier Länder in drei Monaten, also circa 166 Kilometer pro Tag waren geplant. Zur Sicherheit kamen noch ein Ersatzteilkatalog, ein Werkstatt-Handbuch und eine Liste der südamerikanischen Mercedes-Service-Stationen mit ins Gepäck sowie Ausrüstung für die klimatischen Erwartungen von minus 20 bis plus 40 Grad Celsius.

Dann schipperte der G am 1. Oktober 2012 von Hamburg aus in einem 40 Fuß Kühlcontainer, welcher eigentlich leer in Buenos Aires benötigt wurde, über den Atlantik nach Südamerika. Per Container-Tracking ließ sich der G bis zum Ziel verfolgen, so dass Marga und Dave sicher sein konnten, dass er dort im Zolllager stand, bevor sie am 24. Oktober ihrem Geländewagen nach Buenos Aires hinterher flogen.

 

Buenos Aires

Mit Hilfe ihres Zollagenten und nach Klärung zahlreicher Formalitäten stand er dann am nächsten Tag zur Abfahrt bereit. Allerdings nicht in dem Zustand, den die beiden sich gewünscht hätten.

Denn dreieinhalb Wochen zuvor, als der Geländewagen in Hamburg in seinen Container gesperrt wurde, hatte es den ganzen Tag über geregnet. Nass wie er war, wurde der Wagen verstaut und nun, von oben bis unten verschimmelt, kam er in Buenos Aires wieder ans Tageslicht. Die Reederei hatte vorher noch scherzhaft gefragt, ob die Kühlung des Containers eingeschaltet werden solle.

Vielleicht wäre das besser gewesen.

Der erste Tag in Buenos Aires gehörte dann aber dem Touristenprogramm. Mit dem Bus ging es durch die 13 Millionen-Einwohner Stadt zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und natürlich auch zur und über die „Avenida 9 de Julio“, der breitesten Straße der Welt. Mit 140 Metern Breite und insgesamt mehr als 16 Fahrspuren - davon in der Mitte sechs für den Durchgangsverkehr - haben all jene schlechte Karten, die die Straße als Fußgänger schnell queren möchten. Durch die Ampelschaltungen dauert das meist viele Minuten.

Insgesamt waren Marga und Dave aber etwas enttäuscht von Buenos Aires. Hatten sie sich doch neben den durchaus prächtigen Regierungsgebäuden etwas mehr Flair erhofft.

 


Argentinien ist eine präsidiale Bundesrepublik und der achtgrößte Staat der Erde. Sein Name leitet sich von dem Wort „argentum“ ab, dem lateinischen Wort für Silber. Damit ist auch gleich klar, was die spanischen Eroberer bis zur Unabhängigkeit des Staates im Jahr 1826 dort zu finden hofften.

Durch seine große Nord-Süd-Ausdehnung durchziehen das Land zahlreiche Vegetations- und Klimazonen. Und obwohl die EU als auch die UNO das Land als Industrienation betrachten, ist Argentinien noch stark landwirtschaftlich geprägt. Außerhalb dieser Organisationen gilt Argentinien übrigens als Schwellenland.

 


 

Whale-Watching vor er Küste Argentiniens

Dave und Marga hatten beschlossen, Ihre Tour im Uhrzeigersinn zu fahren, weil sie unbedingt noch die Gelegenheit nutzen wollten, Glattwale vor der Argentinischen Küste zu beobachten, bevor sich die Tiere, etwa ab Dezember, in ihre bisher noch immer unbekannten Sommerreviere zurückziehen. So verlief die Route nun nach Süden, zur Halbinsel Valdes.

Die Halbinsel Valdes ist ein Naturreservat, das 1999 von der UNESCO auf die Welterbeliste gesetzt wurde. Ihre Besonderheit liegt vor allem in der Vielfalt der hier lebenden Tiere. An das Whale-Watching schloss sich deshalb nahtlos eine 250 Kilometer lange Inselrundfahrt an, bei der sich den beiden vom Lama über Seelöwen, -elefanten, -kühe, Pinguine und Gürteltiere alles zur Schau stellte, was die Fauna hier zu bieten hat.

Perito Moreno Gletscher

 

Von Feuerland nach Chile, dem Land der Gletscher und Vulkane

Von hier trug der G die beiden zum südlichsten Punkt ihrer Tour nach Feuerland und von dort auf fast gleicher Strecke wieder zurück, diesmal jedoch nach Chile.

 


Die Republik Chile misst von Norden nach Süden fast 4300 Kilometer, aber in der West-Ost-Ausdehnung nur etwa 180 Kilometer. Sie beherbergt auf einer Fläche von über 755.000 Quadratkilometern nur etwas mehr als 16 Millionen Einwohner. Also Platz genug für Natur pur.

 


 

Marga und Dave waren auf die Frage, wo es denn landschaftlich am schönsten war, einhellig der Meinung, in Chile, dem Land der Vulkane. 2000 davon gibt es hier, aufgereiht wie auf einer Perlenschnur. Marga und Dave haben einige davon besucht und kamen aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. Grüne Landschaften, beeindruckende Gletscher, riesige Vulkane sind die immer wiederkehrenden Vokabeln.

Mit der Fähre über die Magellanstraße, die die Insel Feuerland vom Rest Südamerikas trennt, verlief die Strecke nun in nord-westlicher Richtung nach Punta Arenas, der südlichsten Stadt Chiles und von hier weiter nach Puerto Natales in den Paine Nationalpark.

1959 gegründet, wurde er bereits 1978 zum Biosphärenreservat erklärt und damit unter den Schutz der Vereinten Nationen gestellt. Durch den markanten Gebirgszug „Torres del Paine“ mit den drei bis zu 2850 Meter hohen fast mittig im Park liegenden Granit-Nadelfelsen wurde er weit über seine Grenzen bekannt. „Die grandiose Landschaft von tiefblauen Seen vor einer Kulisse von senkrechten Felstürmen und eisbedeckten Gipfeln macht eine Fahrt dorthin zu einem Erlebnis“, schrieben Marga und Dave gehörig beeindruckt in Ihr Reisetagebuch.

Im Norden, direkt an diesen Park, grenzt der argentinische Parque Nacional Los Glaciares, ein weiteres Highlight hier unten in Patagonien. Um dorthin zu gelangen und die berühmte Gletscherzunge des Perito Moreno Gletschers zu bestaunen, ging es wieder zurück über die argentinische Grenze nach El Calafate. Hier durfte sich der G einen Tag lang ausruhen. Denn ab hier verlief die Besichtigungstour weiter mit Bus und Boot.

Noch ein Auszug aus Margas und Daves Reisetagebuch: „Die Busfahrt ging weiter zum Onellisee. Die Eismassen, die diesen wunderschönen Bergsee füllen, brechen von den See umgebenden Berggletschern ab. Wenn man davor steht, kann man ein ständiges Knacken und Knirschen des sich vorschiebenden Gletschers wahrnehmen. Der letzte große Abbruch war im Mai diesen Jahres“.

Als nächstes Ziel auf der langen Reise durch Südamerika, nun in Richtung Norden, war El Chalten am Fuß des 3.405 Meter hohen Berges Fitz Roy. Hier, umgeben von Bergen Seen und Gletschern, treffen sich die Backpacker, die Radfahrer und natürlich die Wanderer, um die von den Indianern auch „Rauchender Berg“ genannte Hauptattraktion des Nationalparks zu erkunden.

El Chalten-Puyuhuapi

 

Unendliche Schotterpisten und ab und zu vielleicht eine Tankstelle

Weiter nordwärts, über Schotterpisten, zurück zur Chilenischen Grenze bestätigte sich noch eine der alten Globetrotter-Weisheiten: Tanken, wenn möglich, nicht wenn nötig! In Tres Lagos sollte es laut Reiseinformationen ein Restaurant und eine Tankstelle geben. Nichts von dem war zu finden. Auf Nachfrage bei der Polizei lautete die Auskunft, ja gibt es, nur nicht hier, sondern erst in 174 Kilometern Entfernung. Glücklicherweise war der Tank des G´s noch ausreichend voll.

An der argentinischen Grenze, in Ingenierio Pallavicini, übernahm dann ein einzelner Polizist in Doppelfunktion auch die Rolle des Zöllners. Alle wichtigen Daten wurden handschriftlich fein säuberlich in eine dicke Kladde übertragen. Computer schienen hier noch unbekannt. Nicht umsonst gilt Argentinien ja, wie schon erwähnt, noch als Schwellenland.

Erst 20 Kilometer weiter, auf einsamer Piste durchs Niemandsland, wurde die Chilenische Grenze wieder erreicht. Reichlich Personal und das daraus resultierende übliche langwierige Grenzprozedere waren hier die Folge.

 

Carretera Austral

Von Coihaque folgten Marga und Dave dann der „Carretera Austral“ - die trotz ihres schön klingenden Namens doch nur eine nicht asphaltierte Piste ist - in den kleinen Ort Puyuhuapi. Diese klangvolle Straße ließ noch der selige General Pinochet erbauen, um den Süden des Landes besser versorgen zu können. Im gleichen Zuge wurden all die kleinen Dörfer entlang dieser Ruta 7 auch an das öffentliche Stromnetz angeschlossen. Vielleicht ist es deshalb nicht verwunderlich, wie gut die Chilenen auch heute noch auf ihren ehemaligen Diktator zu sprechen sind.

 

Nach dem Ausbruch des PuyehueDeutsches Frühstück in Puyuhuapi

Das 600 Seelen Dörfchen Puyuhuapi wurde 1935 von Deutschen gegründet und ist heute Ziel von Wanderern aus der ganzen Welt. Marga und Dave quartierten sich bei der hier seit 1953 lebenden Ursula Flack ein, die die Hosteria Aleman betreibt.

Das Besondere daran liest sich im Reisetagebuch so: „Bei Frau Flack konnten wir das bis dahin beste Frühstück genießen. Es gab selbstgebackenes Vollkornbrot und „normalen“ Kaffee. Keinen hier so beliebten Nescafe. Die angebotene Wurst bezieht sie von einem deutschen Metzger. Es war einfach toll.“

Dieses Frühstück scheint sich unter Backpackern weltweit herumgesprochen zu haben. Selbst in der Nebensaison hat Frau Flack wohl reichlich Gäste.

In einem Land mit 2000 Vulkanen ist es nicht sehr verwunderlich, dass auch die zehn aktivsten der Welt hier angesiedelt sind. Auf der Fahrt nach Pucon in Chile erlebten beide sehr eindringlich, wie schön und gleichzeitig bedrohlich sie auch sein können. Am Beispiel des Puyehue, der bei seinem letzten Ausbruch im Juni 2011, obwohl auf chilenischer Seite der Anden liegend, bedingt durch die Wetterlage, große Schäden in Argentinien verursachte. Die allgegenwärtigen Verwüstungen, die hier immer noch alles überdeckende Asche, aber auch die dadurch entstandene neue Fruchtbarkeit sind deutliche Zeugen der Katastrophe von vor zwei Jahren.

 

Die Panamericana Richtung Santiago de Chile

Pucon, mit ständiger Sicht auf den 2840 Meter hohen Vulkan Villarrica, ist ein hübscher Ort. Gelegen an einem See, umgeben von Bergen und Thermalquellen, ist er ein beliebtes Ferienziel für Chilenen, aber für Marga und Dave nur ein kleiner Zwischenstopp auf dem Weg über die Panamericana nach Santiago de Chile.

Panamericana

Auf diesem Teil der Strecke ist die „Panam“ zur Autobahn mit vier Fahrspuren ausgebaut. Höchstgeschwindigkeit 120 km/h. So weit, so gut. Gewöhnungsbedürftig waren jedoch vor allem die Standspuren. Sie waren umfunktioniert in Bushaltestellen oder in verkaufsfördernde Stände für Obst- und Gemüse und in Fahrrad- und Fußwege, die dann gern auch in Gegenrichtung oder querend genutzt wurden.

Die Stadt Santiago de Chile beherbergt mit 6 Millionen Einwohnern etwa 40 Prozent der chilenischen Bevölkerung. Sie ist die politische Hauptstadt Chiles obwohl das chilenische Parlament in Valparaiso tagt. Hier fanden die beiden glücklich ein Hotel mitten in der Stadt mit großem, sicherem Parkplatz, so dass die obligatorische Sightseeing-Tour des nächsten Tages zu Fuß stattfinden konnte.

Bei ungewöhnlichen 34 Grad – die Durchschnittstemperatur in Chile liegt bei 12 Grad Celsius – waren die zentralen Teile der Stadt bald abgehakt, und weiter ging es zur Küste über Valparaiso nach Vina del Mar. Der Aufenthalt hier währte nur kurz, denn Marga und Dave zog es weiter über die „Panam“ nach Norden in Richtung Antofagasta, der zweitgrößten Stadt Chiles und von hier gleich weiter mitten in die Atacama Wüste.

 

Vina del Mar

 

Die Atacama Wüste

Die Atacama Wüste gilt als die trockenste Region der Welt. Zum Vergleich: Hier fallen im Jahresschnitt nur zwei Prozent der Regenmenge, die im US-amerikanischen Death Valley gemessen wird. Es gibt hier einige Wetterstationen, die seit Jahren keinen Tropfen Regen gemessen haben. Wegen ihres extrem trockenen Klimas wurden auf den Gipfeln der Atacama Berge die größten Sternwarten der Welt gebaut. Unter anderem La Silla und Las Campanas.

Und die hier vorkommenden Bodenschätze, wie Gold, Silber, Platin und Kupfer machen einen großen Teil der Wirtschaftsleistung Chiles aus. Benannt aber wurde sie nach dem 1801 hier gefunden Mineral Atacamit.

Wieder aus dem Reisetagebuch: „Wir übernachteten in der Stadt Calma, die hauptsächlich von Minenarbeitern der nahegelegenen größten Kupfermine der Welt besiedelt ist. Die Mine liegt achtzehn Kilometer nördlich der Stadt. Sie hat eine Tiefe von einem Kilometer und einen Durchmesser von drei Kilometern. Sie wurde 1915 in Betrieb genommen und hat noch Reserven für die nächsten 100 Jahre. 16.000 Arbeiter sind hier beschäftigt. 2019 wird der Tagebau eingestellt, ab dann soll das kupferhaltige Gestein unter Tage abgebaut werden.“

Die Mine empfängt Besucher. Der Technik begeisterte Dave ließ sich diese Chance nicht entgehen.

Von Calama aus führte die Tour dann in den für Chilenen wohl sehr bekannten Touristenort San Pedro de Atacama. Der Ort liegt auf 2440 Metern Höhe und das Besondere daran ist, dass alle Häuser aus Lehm gebaut sind, selbst die Kirche. Von hier bieten zahlreiche Tourveranstalter Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung. Die Touren reichen vom Erleben des Sonnenuntergangs über Ausflüge zum Sandsurfen bis hin zum Besuch der Geysire oder der Salzseen mit ihren Flamingos.

Drei Tage genossen Marga und Dave die vielen Angebote, bevor es nord-westlich weiter an die Pazifik-Küste ging, um von hier, immer links den Pazifik und rechts die Atacama Wüste, nach Norden über die Ruta 1 und die Panamericana zur nördlichsten Stadt Chiles, Arica, vorzudringen. Erwähnenswert ist sie aber nur deshalb, weil hier eine kleine, schmucke Kirche aus Metall steht, die 1875 kein geringerer als Gustav Eiffel errichten ließ.

 

Titicaca-SeeZu den Urus auf dem Titicaca-See/Peru

Die letzten 15 Kilometer zur Peruanischen Grenze waren schnell geschafft, was man von der Zollabfertigung leider nicht sagen konnte. Obwohl alle Daten auf Spanisch vorlagen, hatte der Zollbeamte große Mühe, die Formulare korrekt zu lesen. Aber nach „nur“ zwei Stunden war dann auch diese Prozedur überstanden und es ging durchs peruanische Hochland auf durchschnittlich 4000 Metern Höhe zu den Urus auf den Titicaca-See.

Die Urus sind peruanische Ureinwohner, die sich zum Schutz vor feindlichen Nachbarvölkern auf selbstgebaute Schilfinseln im See zurückzogen. Jede Insel wird durch eingerammte Pflöcke am Vertreiben gehindert, aber durch den fehlenden Festlandanschluss blieb ihnen als Lebensgrundlage nur die Jagd auf Seevögel und die Fischerei.

Heute haben die Urus eine einfachere Überlebensstrategie entwickelt, den Tourismus.

 


Nördlich von Chile liegt auch Peru am Saum des pazifischen Ozeans. Mit 22 Einwohnern pro qkm ist Peru sehr dünn besiedelt. Ballungszentrum ist die Hauptstadt Lima.

Spanisch ist Amtssprache, daneben wird noch Quechua und Aimara gesprochen. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts ist Peru unabhängig.

Die Wirtschaft des Landes basiert vor allem auf Bergbau, Fischerei und Tourismus.

Zu den touristischen Hauptattraktionen ganz Südamerikas zählen die peruanische Inka-Ruinenstadt Machu Picchu und der in den Anden auf 3810 m gelegene Titicaca-See.

 


 

Machu Picchu

Das Ende des sagenumwobenen Inka Kalenders im Jahre 2012, in dem einige Weltuntergangstheorien wieder einmal das Ende der zivilisierten Welt erwarteten, bescherte der Inka-Ruinenstadt Machu Picchu einen Besucher-Boom. Auch für Marga und Dave Grund genug, sich Machu Picchu einmal selbst anzusehen. Aber auch ohne diese Endzeitphantasien gehört die im 15. Jahrhundert erbaute Inkastadt zur größten Touristenattraktion Südamerikas und zum UNESCO Weltkulturerbe. Weil es dorthin aber keine Straßen gibt, wurde für Marga und Dave am Bahnhof von Ollantaytambo das Umsteigen auf einen Zug nötig.

Mit sage und schreibe 262 US-Dollar für die Hin- und Rückfahrt war die 47 Kilometer lange Strecke dorthin nicht gerade ein Schnäppchen. In Aguas Calientes endete die Bahntrasse und fleißige Busfahrer hielten hier die Hand auf für die Weiterfahrt. Aber damit nicht genug. Nach etwa 20 Minuten Serpentinenfahrt erhoben die Bewahrer der Anlage auch noch ihren Eintrittspreis, bevor es endlich mit der Besichtigung losgehen konnte.

Um Machu Picchu ranken sich noch immer viele Geheimnisse. Zahlreiche Theorien existieren über den Sinn und Zweck der Anlage und selbst der genaue Zeitpunkt der Wiederentdeckung wird unterschiedlich datiert. Offiziell gilt das Jahr 1911 als Wiederentdeckungszeitpunkt, aber vorher gab es schon zahlreiche Entdecker und Personenkreise, die die Existenz der Anlage kannten. Wie die Stadt aber wirklich geheißen hat, ist unbekannt. Wegen ihrer Lage am Berg Machu Picchu wurde die Inka-Stadt letztlich nach diesem Berg benannt.

Machu Picchu

Von nun an geht´s wieder ab in den Süden.

Für Marga und Dave war der nördlichste Punkt ihrer Reise erreicht. Von hier aus wurde der G nun in Richtung Bolivien zum nächsten Ziel, La Paz, gelenkt.

Als Anlaufstelle in La Paz, gibt es unter Globetrottern einen Geheimtipp, nämlich das überhaupt nicht mehr so geheime Hotel Oberland im Stadtteil Malassa. Das von dem Schweizer Walter Schmid geführte Haus ist die Anlaufstelle für Weltreisende. Hier trifft man sich.

Ziemlich geheim indes scheint immer noch zu sein, wie man dort hinkommt. Denn es erinnerte Marga und Dave schon an die Suche nach einer Stecknadel im Heuhaufen in dem unbeschreiblichen Verkehrsgewühl der 1,6 Millionen Einwohner Metropole, zumal die Bolivianer offensichtlich aus Überzeugung auf Hinweisschilder aller Art am liebsten verzichten.

Glücklich angekommen, feierte die große Gemeinde der Fernwehgeplagten hier im Hotel Oberland besinnliche Weihnachten.

 


Bolivien ist ein südamerikanischer Binnenstaat. Im Westen grenzt er an Chile und Peru, im Süden an Argentinien. Die Hauptstadt ist Sucre, die Regierung tagt in La Paz. Kleiner als Peru und mit 9,5 Einwohnern pro qkm leben immer noch die meisten Menschen von der Landwirtschaft. Umstritten ist vor allem der zunehmende Koka-Anbau. Typisch für Bolivien sind die Vielfalt der indigenen Völker und ihrer Sprachen.


La Paz, Bolivien

Der Empfehlung Walter Schmids folgend, nur ja ein bestimmtes Hotel anzusteuern, begaben sich die beiden nach Weihnachten auf den 480 Kilometer langen Weg nach Potosi.

Darüber Margas und Daves Eintrag ins Fahrtenbuch: „Auf der gesamten Streckenlänge konnte man zu beiden Seiten der Straße tausende bettelnder Kinder sehen. An den Mautstellen wurden wir sofort von bettelnden Kindern umringt, die Mütter hielten sich im Hintergrund. Es war kaum möglich, die fällige Mautgebühr dem Kassierer zu übergeben“.

Das Hotel Cayara indes entpuppte sich als wahres Kleinod. Im Jahr 1557 als Hacienda  gebaut, ist es heute eine Art Hotel-Museum, das von seinen Besitzern sehr liebevoll gepflegt wird. Die alte Bibliothek birgt noch Schätze aus dem 16. Jahrhundert, die sogar angefasst werden dürfen.

Hier trafen die zwei ein deutsches Paar aus Traunstein, welches zu berichten wusste, dass die von Potosi nach Uyuni führende Straße vor einem halben Jahr asphaltiert wurde. So war es auch. Der Salar de Uyuni ist er größte Salzsee der Welt und die Fahrt dorthin war dadurch schnell und bequem.

Zu schnell, wie sich bald herausstellte. Denn statt der vorgeschriebenen 80 km/h maßen die Polizisten mit ihrer Radarpistole eine angebliche Geschwindigkeit von 92 km/h. Ob die umgerechnet 20 Euro Strafe dafür wirklich den Staatsfinanzen zuflossen? Eine Quittung gab es jedenfalls nicht.

 

Ein Hotel aus Salz am größten Salzsee der Welt

Ein außergewöhnliches Hotel, das Luna Salada, beherbergte Marga und Dave an diesem Salzsee. Hier war einfach alles aus Salzblöcken gebaut. Selbst Bett und Stuhl, Tische und Bodenbelag, alles aus Salz.

SalzseeAus verständlichen Gründen gönnten die zwei ihrem G eine kurze Ruhepause, denn Salz und Metall gehen oft eine innige aber zerstörerische Verbindung ein. Bei nur acht Prozent Luftfeuchtigkeit wie hier noch kein Problem, aber mit einer dicken Salzkruste in feuchteren Gebieten ist Rostfraß Programm.

Mit einem gemieteten Fahrer in einem Toyota-Geländewagen wurde deshalb alles Sehenswerte besichtigt.

Auf eigener Achse verlief die Route dann wieder zur bolivianisch-argentinischen Grenze nach Villazon. Auch hier lange Wartezeit und Bürokratie, aber doch begleitet vom guten Gefühl, wieder in ein halbwegs zivilisiertes Land zu kommen.

Auf dem Weg nach Süden, eigentlich mit dem Ziel, sich mit Bekannten zu treffen und dann gemeinsam zu den Wasserfällen von Iguazu zu reisen, machten Marga und Dave zufällig Rast in einem kleinen Örtchen namens Tilcara. In den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts einem Indianerdorf nachempfunden, gefiel es den beiden so gut, dass sie sich spontan entschlossen, einige Tage zu verweilen, bevor sie sich in General Güemes mit ihren Bekannten trafen.

Von nun an ging es bis zum Schluss der Reise gemeinsam weiter, zunächst in den Nationalpark El Chaco. Der Beschreibung nach ein Park mit vielen wilden Tieren. Unter anderen auch dem seltenen Puma. Um all das zu sehen, entschlossen sich die vier ihr Nachtlager im Park aufzuschlagen und zu campen. Die Rangerin war sehr freundlich, wies aber gleich zur Begrüßung darauf hin, lange Kleidung und geschlossene Schuhe zu tragen. Der Rat war gut.

Denn die vielen wilden Tiere kamen wirklich. In Form von Myriaden von Mücken. Noch vor dem Frühstück flüchtete man aus dem Camp, ohne ein einziges Säugetier zu Gesicht bekommen zu haben.

 

Die Wasserfälle von Iguazu – überwältigend!

Die Wasserfälle von Iguazu liegen genau an der Grenze zwischen Argentinien und Brasilien. Auf einer Länge von 2.7 Kilometern verteilen sich 275 einzelne bis zu 82 Meter hohe Wasserfälle. Je nach Jahreszeit stürzen bis zu 7000 Kubikmeter Wasser je Sekunde über die Basaltsteine in die Tiefe. Über Brückensysteme  und große Aussichtsplattformen sind die einzelnen Wasserfälle zu bestaunen. Daves Reisebucheintrag hierzu: „Es ist überwältigend.“ Ein weiterer Superlativ wurde am nächsten Tag mit dem größten Wasserkraftwerk der Welt besichtigt. 40.000 Arbeiter wurden benötig, um den acht Kilometer langen und 200 Meter hohen Staudamm zu errichten. Heute liefert das Kraftwerk soviel Strom wie 14 Atomkraftwerke.

Iguazu

Wegen der schon vorgerückten Zeit wurde der Plan verworfen, von hier ins brasilianische Blumenau zu fahren. Einer von Deutschen gegründeten Kolonie. Stattdessen erreichten die vier Pomerode, auch eine von deutschen Siedlern 1861 gegründete Stadt, in der heute noch Deutsch gesprochen wird. Und weil es sich so ergab, dass gerade die Festa Pomerana stattfand, dem deutschesten Fest ganz Brasiliens, kamen hier Gerstensaft und Bratwurst zu besonderer Ehre.

Die letzten Tage der Reise waren vom Strandleben geprägt. Nicht immer war zwar das Wetter wie gewünscht, aber bei den warmen Temperaturen im Süden konnte man auch einen Regenguss gut ertragen.

Über Montevideo und den Rio de la Plata ging es dann zurück nach Buenos Aires. Die üblichen bürokratischen Zollformalitäten wurden erledigt, die Fahrzeuge in Container verladen, noch eine Besichtigungstour durch Buenos Aires absolviert, dann ging es im Jumbo zurück nach Frankfurt.

 

Pomerode - hier spricht man deutschDas Fazit dieser Reise stammt auch aus Daves Tagebuch:

„Wir sind mehr als 18.000 Kilometer in drei Monaten gefahren. Die Straßen waren manchmal eine große Herausforderung. Es war nicht immer leicht für Mensch und Maschine. Aber, wir haben alles gut überstanden. Uns sind viele nette Leute begegnet. Wir wurden in allen Ländern vor Kriminalität gewarnt, haben aber keinerlei negative Erfahrungen gemacht. Mit dem Wetter hatten wir großes Glück. So richtig fremd haben wir uns nirgendwo gefühlt, der europäische Einschlag ist in Südamerika unverkennbar. Die spanischen und portugiesischen Eroberer haben die Länder geprägt. Die eingewanderten Italiener haben zur Bereicherung der Küche beigetragen. Pizza und Pasta gibt es überall, und die Deutschen haben viel für die Bierkultur getan.“

 

 

 

 

Falls Südamerika auch auf Ihrer Reisewunschliste steht und Sie für die Planung noch Hilfe benötigen oder Fragen haben, steht Dave Schwedt Ihnen gern Rede und Antwort. Zu erreichen ist er über die Geschäftsstelle des G-Clubs ( Tel. 06092-995927 )

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